Drogenkonsum – eine wachsende Herausforderung unserer Gesellschaft

Drogenkonsum ist ein Thema, welches viele von uns, sowohl Jugendliche als auch Erwachsene betrifft. Aufgrund von Gruppenzwang oder dem Versuch, der oft schwierigen Realität zu entkommen, greifen viele Menschen zu Drogen. Man kann darüber diskutieren, inwiefern dies legitim ist, doch es ist nicht abzustreiten, dass Drogen nicht ungefährlich sind und schwerwiegende Folgen mit sich bringen können.

Drogenkonsum in Luxemburg

In Luxemburg sind die von der Jugend am meisten konsumierten Drogen Marihuana, Kokain und MDMA. Hier kurz ein paar Fakten zu diesen Drogen:

Bei Marihuana (auch „Gras“ genannt) handelt es sich um die getrockneten Blütenblätter, Stängel und Blätter der Cannabispflanze. Sie werden meistens in zerbröselter Form mit Tabak vermischt, in eine Zigarette gerollt und dann geraucht. Dies nennt man dann einen Joint. Man kann Cannabisprodukte auch in einer Pfeife rauchen, wodurch der Rausch intensiviert wird, in einem Tee aufgelöst trinken oder in Keksen gebacken essen.

Cannabis enthält den Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (kurz: THC), der nach dem Konsum noch 3 Tage lang im Blut des Konsumenten und je nach Proportion und Häufigkeit des Konsums eine Woche bis drei Monate im Urin nachgewiesen werden kann. In den Haaren geht das sogar mehrere Monate.

In Luxemburg ist es seit dem 10. Juli 2023 Volljährigen erlaubt in einem Haushalt bis zu 4 Cannabispflanzen anzubauen. Es bleibt allerdings verboten die Droge zu transportieren, zu verkaufen und in der Öffentlichkeit oder vor Minderjährigen zu konsumieren.

Die Wirkung der Droge hängt immer von der aktuellen Gefühls- und Stimmungslage der konsumierenden Person ab und verstärkt ihre bereits vorhandenen Gefühle. Es treten außerdem oft Illusionen auf. Marihuana wirkt oftmals auch beruhigend und entspannend auf seine Konsumenten. Sinneswahrnehmungen werden verstärkt und klarer wahrgenommen, die Konzentrations-, Denk- und Kurzzeitgedächtnisfähigkeit und Aufmerksamkeitsspanne werden allerdings vermindert.

Negative körperliche Nebenwirkungen von Cannabis sind ein erhöhter Blutdruck, eine Steigerung der Herzfrequenz, Augenrötung und Übelkeit. Bei einem regelmäßigen Konsum über einen längeren Zeitraum beginnt der Konsument sich immer mehr zurückzuziehen und vieles wird ihm egal, sodass normale Alltagsaufgaben schwer zu bewältigen sind.

Kokain (auch bekannt als „Koks“, „Schnee“, „Coke“, „Crack“ und „Rocks“) ist ein weißes, kristallartiges Pulver, das meistens „geschnupft“ wird (wobei die Wirkung nach wenigen Minuten auftritt und länger anhält), also zu einer dünnen Linie geformt und mit einem Röhrchen (z.B. Strohhalm oder zusammengerolltem Geldschein) in die Nase gezogen wird. Man kann es auch in einer Pfeife rauchen oder sich spritzen. Hierbei tritt die Wirkung schon nach wenigen Sekunden ein, da das Kokain über die Lunge schneller in den Blutkreislauf gelangt, die Dauer wird beim Rauchen jedoch auf 5-10 Minuten beschränkt. Dadurch, dass das Kokain auf diesem Weg schneller in den Blutkreislauf gelangt, wird jedoch auch das Risiko von lebensbedrohlichen Reaktionen auf die Droge erhöht.

Die volle Wirkung von Kokain setzt innerhalb von 30-60 Minuten ein und besteht aus einer Erhöhung der Leistungsfähigkeit, Unterdrückung von Müdigkeit und Hunger, steigert positive Gefühle und fördert Kreativität. Auch Sinneswahrnehmungen werden intensiver. Das Ganze ist aber zeitlich begrenzt und klingt schon nach ungefähr einer Stunde, oft von Halluzinationen, Angstzuständen und Suizidgedanken begleitet, ab. Darauf folgen Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Schuldgefühle und Niedergeschlagenheit.

Kokain besitzt ein starkes Suchtpotenzial. Studien haben ergeben, dass einer von fünf Konsumenten süchtig wird, auch wenn Kokain überwiegend nur an besonderen Anlässen konsumiert wird.

Potenz- und Luststeigerung ist ein oft verbreitetes Gerücht und besagt, dass Kokainkonsum die Lust auf Sex und Potenz erhöht. Doch ich muss Sie leider enttäuschen: Das Gegenteil ist der Fall. Oft gehen mit dem Kokainkonsum ein sexuelles Desinteresse und Impotenz einher.

Kokain fällt in Luxemburg unter das Rauschmittelgesetz. Besitz und Konsum davon sind demnach verboten und ziehen strafrechtliche Konsequenzen mit sich. Im Blut ist Kokain nach Konsum noch bis zu 24 Stunden, im Urin zwei bis vier Tage und in den Haaren mehrere Monate nachweisbar.

Eine besonders gefährliche Form des Kokainkonsums ist die Injektion von „Speedball“, eine Mischung von Kokain und Heroin. Die einschläfernde Wirkung des Heroins wird erstmals von der aufputschenden Wirkung des Kokains kompensiert, doch die Wirkung des Heroins hält länger an als die des Kokains und der Konsument wird der alleinigen Heroinwirkung schlagartig ausgesetzt was schnell Hypoventilation (besonders flache Atmung was zu Sauerstoffmangel und Kohlenstoffdioxidsteigerung im Blut führt) und Bewusstseinsstörungen herbeirufen kann. Außerdem entsteht bei Speedballs sehr schnell eine Heroinabhängigkeit beim Konsument.

Die verbreitetste Konsumform von MDMA ist Ecstasy. Ecstasy ist in der Regel in Form von kleinen bunten Pillen zu finden, die größtenteils aus diesem Stoff bestehen. MDMA steht Amphetaminen nahe.

Die Wirkung von Ecstasy hängt immer von der Stimmungslage und Umgebung der konsumierenden Person ab. Die Meisten berichten von einem Zustand der Selbstakzeptanz, höherer Kontaktfreude mit anderen Menschen und verstärktem Selbstvertrauen. Genau wie Kokain ist Ecstasy auch als Aufputschmittel bekannt, da es Leistungsfähigkeit steigert und körperliche Bedürfnisse (Schlaf, Hunger, Durst) unterdrückt. Eine der häufigsten Nebenwirkungen sind das körperliche Austrocknen oder Herzrasen sowie Organversagen in Folge von zu hoher physischer Anstrengung.

Ecstasy fällt in Luxemburg ebenfalls unter das Rauschmittelgesetz. Im Blut kann es bis zu 24 Stunden, im Urin zwei bis vier Tage und in den Haaren mehrere Monate nachgewiesen werden.

Zur Abwechslung – legale Drogen? CBD und HHC

Wer sich mal umgehört hat, wie man legal kiffen kann, ist möglicherweise schon über die Begriffe CBD (Cannabidiol) und HHC (Hexahydrocannabinol) (beides ab 18 Jahren erlaubt) gestolpert.

CBD hat eine entspannende und von Stress befreiende Wirkung, bringt allerdings keinen Rausch mit sich, da weniger THC (gesetzlich ist weniger als 1% erlaubt) enthalten ist. Nebenwirkungen können Schlaflosigkeit, aber auch Benommenheit sein, deshalb ist es in den ersten 30 Minuten nicht ratsam Auto zu fahren. Es gibt viele verschiedene Konsumformen von CBD, zum Beispiel vapen, rauchen oder die Einnahme von CBD-Öl.

HHC hat eine cannabisähnliche Wirkung und soll schnell high machen. Die genauen Risiken und Nebenwirkungen sind noch nicht genau erforscht, doch Konsumenten berichten von Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und einem benommenen Gefühl.

Alkohol

Nicht zu vergessen ist der Alkohol, eine von der Gesellschaft harmonisierte Droge die jedoch oft als die gefährlichste Droge genannt wird. Luxemburg gehört zu den Ländern die am meisten Alkohol konsumiert, auf fast jedem Fest und jeder Party wird Alkohol ausgeschenkt und auch in Restaurants werden regelmäßig alkoholhaltige Drinks bestellt. Oft wird vergessen, dass die Auswirkungen von Alkoholkonsum sehr gefährlich enden können und dass auch eine Sucht schnell entstehen kann. In Deutschland liegt die Zahl der Alkoholabhängigen bei 14,8% der Bevölkerung zwischen 18 und 64 Jahren und allein im Jahr 2016 sind 19.000 Frauen und 43.000 Männer durch riskanten Alkoholkonsum gestorben.

Quellen:

Tagblatt (2020): National Drug Report. Drogenkonsum in Luxemburg: Abwärtstrend der vergangenen Jahre bestätigt sich auch 2018 (https://www.tageblatt.lu/headlines/drogenkonsum-in-luxemburg-)

https://www.jugend-in-luxemburg.lu/substanzkonsum-von-jugendlichen-in-luxemburg-2019-und-2020/

https://link.springer.com/referenceworkentry/10.1007/978-3-642-55214-4_48-1

https://www.patienten-information.de/kurzinformationen/cannabis

https://www.caritas.de/hilfeundberatung/onlineberatung/suchtberatung/haeufiggestelltefragen/welche-langzeitfolgen-hat-der-konsum-von-lsd-39aa57b4-73bb-4c09-ba2a-6537912fda56

https://www.gutefrage.net/frage/was-alles-an-drogen-gibt-es

https://www.dhs.de/suechte/illegale-drogen/amphetamineabwaertstrend-der-vergangenen-jahre-bestaetigt-sich-auch-2018/

https://www.drugcom.de/drogenlexikon/buchstabe-c/cannabis/

https://police.public.lu/de/legislation/stupefiants.html#:~:text=Das%20Gesetz%20erlaubt%20jedoch%20den,Erwerb%20von%20Cannabis%20oder%20Cannabisprodukten.

https://gouvernement.lu/fr/actualites/toutes_actualites/communiques/2023/08-aout/01-hhc-luxembourg.html

https://www.dhs.de/suechte/illegale-drogen/kokain/konsumformen

https://www.drugcom.de

Home

https://jersey.police.uk/news-appeals/2020/february/ecstasy-mdma-advice/

https://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/Cannabis-Variante-HHC-Wie-gefaehrlich-ist-das-Rauschmittel,hhc100.html#:~:text=Es%20soll%20schnell%20high%20machen,richtig%20bei%20sich%20zu%20sein.

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/a/alkohol#:~:text=7%2C9%20Millionen%20Menschen%20der,Altersgruppe%20vor%20(ESA%202021).

https://www.dasgehirn.info/entdecken/drogen

Veröffentlicht von Sophie

Hi, mein Name ist Sophie. Ich bin momentan in der 4CL1 und seit vier Jahren bei der Schülerzeitung vom LESC. Ich bin ihr beigetreten, weil ich gerne Texte oder Geschichten schreibe.

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